Jul

31

2012

Was das Blut über den Menschen verrät

Abgelegt in Allgemein

Hb, Hämatokrit oder Quick – was sagt mein Blutbild über meine Gesundheit aus?
Blut ist dicker als Wasser – jedes Kind kennt dieses Sprichwort. Doch welche Bestandteile im Blut enthalten sind und was für eine Bedeutung ihnen im menschlichen Organismus zukommt, das weiß außer Ärzten und medizinischem Fachpersonal wie im Labor kaum jemand. Die Untersuchung des Bluts im Labor verläuft dabei heute sehr unspektakulär und gefährliche Substanzen aus dem Sicherheitsschrank, vgl. dazu labmarket.com/Products/Sicherheitsschraenke.aspx, braucht dazu kein Laborarbeiter mehr.

Ungefähr fünf bis sechs Liter Blut besitzt ein Mensch und ungefähr dieses Volumen pumpt das menschliche Herz einmal pro Minute durch den gesamten Körper. Das Blut dient dabei als Fahrbahn für verschiedene Stoffe und Zellen, die einen Austausch dieser Stoffe mit den Organen ermöglichen.

Erythrozyten
Die Erythrozyten, auch rote Blutkörperchen genannt, sind die weitaus meisten Zellen im menschlichen Blut und haben vor allem eine Rolle in der Sauerstoffversorgung der umliegenden Gewebe. Sauerstoff ist entscheidend an der Energiegewinnung aus den in der Nahrung enthaltenen Hauptnährstoffen Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen beteiligt. Für den Transport im Blut wird der Sauerstoff in den Erythrozyten an das Hämoglobin (kurz Hb) gebunden, das zugleich für die rote Farbe des Blutes verantwortlich ist. Ein hoher Hb-Wert bedingt also zugleich, das viel Sauerstoff aus der Lunge in das Blut aufgenommen werden kann und dann für die Versorgung des Körpers zur Verfügung steht.

Hämatokrit
Der Hämatokrit ist der Anteil zellulärer Bestandteile am gesamten Blutvolumen – ein hoher Hämatokrit bedeutet also, das viele Zellen (vor allem rote Blutkörperchen) im Verhältnis zu wenig Blutserum vorhanden sind. Und wie auch eine Teigmasse umso flüssiger wird, je mehr Wasser man hinzugibt, so verändert sich auch die Viskosität des Blutes mit dem Hämatokrit. Ein sehr hoher Hämatokrit bedingt daher, dass das Blut schwerfälliger durch die Gefäße gepumpt werden kann – dies kann zum Beispiel im Radsport beim Doping zum Problem werden, wenn durch Mittel wie EPO (Erythropoetin: regt die Bildung neuer Erythrozyten an und kann so die Sauerstoffversorgung verbessern), das Blut zähflüssiger wird und daher dem Herzen mehr Pumparbeit abverlangt. Die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) bedeutet in diesem Zusammenhang die Geschwindigkeit, mit der die zellulären Bestandteile des Blutes aufgrund ihrer höheren Dichte auf den Boden eines Reaktionsgefäßes absinken.

Leukozyten
Die weißen Blutkörperchen sind Teil des körperlichen Abwehrsystems gegen Krankheitserreger. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Leukozyten, etwa die Lymphozyten, die ganz spezifisch auf jeweils nur einen ganz bestimmten Erreger reagieren und mit einem exakt passenden Schlüssel (Antigen) aktiviert und mehrfach weiter verstärkt werden müssen, bevor sie sich massiv vermehren und eine Immunreaktion auslösen; die Granulozyten und Monozyten dagegen reagieren weniger spezialisiert auf jegliche Fremdkörper, die sie anhand allgemeiner Oberflächenstrukturen erkennen. Erhöhte oder niedrige Werte sind hier vielschichtig deutbar, viele neutrophile Granulozyten können beispielsweise auf eine bestehende Infektion hinweisen.

Thrombozyten
Die Thrombozyten oder Blutplättchen sind essentiell für die Blutgerinnung. Diese ist nicht nur bei offenen Wunden an der Haut für das Anhalten der Blutung wichtig, sondern auch bei immer wieder auftretenden kleineren Verletzungen in den Gefäßen. Die Blutplättchen verkleben dabei sozusagen die offenen Stellen wie ein Flicken auf einer durchlöcherten Jeans. Ergänzt wird dies von zahlreichen Proteinen im Blut (Gerinnungsfaktoren), die in einer Kaskade schließlich zur Bildung von Fibrin führen. Es ist wichtig, dass diese Blutgerinnung reguliert geschieht und nach Ausheilung der Verletzung das Gerinnsel wieder aufgelöst wird, da es sonst zu einer Thrombose, also einer Verstopfung des Gefäßes kommt. Ein gängiges Verfahren, um die Funktionalität der Blutgerinnung zu bestimmen, ist der Quicktest, bei dem man der entnommenen Blutprobe einen Faktor, der normalerweise nur an geschädigten Geweben exponiert wird, zufügt. So kommt es zur Gerinnung, deren Geschwindigkeit man nun misst.

Blutserum
Neben diesen zellulären Bestandteilen und Gerinnungsfaktoren enthält das Blut noch zahlreiche lösliche Stoffe. Dazu gehören Glucose (Traubenzucker), die den Zellen zur Energiegewinnung geliefert wird, Fette in verschiedenen Verpackungsformen wie LDL, HDL oder Chylomikronen, Plasmaproteine wie die an der Abwehr beteiligten Antikörper, Harnstoff oder Ionen.

Vergleichsweichwerte zur Einordnung der jeweiligen Höhe der Werte stehen in der Regel auf dem Ausdruck, der vom Arzt ausgehändigt wird. Wer zu hohe Werte hat, sollte sich auf jeden Fall nochmal mit seinem Arzt eingehend unterhalten und Maßnahmen besprechen.

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